Superblock Düsseldorf

Chris
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Eine Halle, die in der Zeit stecken geblieben ist

Ihr findet die Halle in einem neu angelegten, modernen Industriegebiet. Öfters habe ich gelesen, dass Leute die Halle und die Griffe als dreckig oder veraltet bezeichnen. Da die Halle gerade mal fünf Jahre alt ist, war ich sehr gespannt, was mich erwartet. Wenn man die Halle betritt, versteht man, woher die Meinungen kommen. Wir sind inzwischen alle neue Hochglanzhallen gewohnt, wo die Griffe alle komplett neu sind oder Unmengen an Geld ausgegeben wird, um regelmäßig neue Griffe zu bestellen. Um vielleicht erstmal Entwarnung zu den Griffen geben: Optisch kann es vielleicht so wirken als wären diese abgenutzt, aber sie sind einfach „nur“ benutzt und vom Zustand her völlig in Ordnung. Ich hatte nie das Gefühl, einen merklich schlechteren Halt zu haben. Die Griffe sind lediglich nicht neu und viel in Benutzung. Trotzdem verstehe ich die Meinung der Leute und woher diese kommt. Diese Halle wirkt staubig und in die Jahre gekommen, gerade wenn man sich den Vergleich mit anderen Boulderhallen erlaubt. Durch meine Bilder könnt ihr euch ja selber ein Bild von der Halle machen und selbst entscheiden, ob euch so etwas stört. Ich empfand es nicht als problematisch, sondern einfach nur unschön und etwas weniger einladend.

Konträr dazu waren der Außen- und Eingangsbereich sehr liebevoll gestaltet. Was schon beim Hereinkommen auffällt, ist, dass alle Gänge und auch die gesamte Halle nicht wirklich viel Platz bieten. Gerade zu Stoßzeiten wird es hier schnell brechend voll. Auf der anderen Seite rückt eine so kleine Halle die Leute auch zusammen. Die Leute, die regelmäßig gehen, kennen sich untereinander und der Community Zusammenhalt scheint hier sehr stark zu sein.

Was schon beim Aufwärmen auffällt ist, die Tatsache, dass der allgemeine Schwierigkeitsgrad sehr hoch ist. Großen Respekt erstmal an die Community. Ich habe noch nie eine im Schnitt so schwere Halle gesehen und wer hier im oberen Mittelfeld mitspielt, hat es echt drauf. Wer eine Halle voller Herausforderungen sucht, ist hier auf jeden Fall richtig.

Als ich mich mit den einfachen Pisten aufgewärmt habe, kam mir aber schon eine böse Vermutung. Viele dieser Pisten waren nicht für Anfänger geeignet. Klar, keiner will einfach nur stupide nach oben klettern, mit zig unnötigen Griffen, aber machbar für Einsteiger sollten die Routen schon sein. Sie sollten in einem Aspekt leicht fordernd sein, aber in nicht zu vielen gleichzeitig, um unerfahrene Kletter:innen nicht zu überfordern. Ich liebe es zu sehen, wenn Anfängerrouten kreativer gestaltet werden, was aber nicht gleichzusetzen ist mit schwerer. Also dachte ich, ich halte einfach mal Ausschau nach Anfängern und schau wie sie sich schlagen. Ich hab drei Erwachsene getroffen, die wirklich zum ersten Mal bouldern waren. Alle recht sportlich, aber dafür unerfahren und unsicher. Leider haben alle schon mit der einfachsten Schwierigkeit Probleme gehabt. Oft hat das dazu geführt, dass auf halber Höhe die Leute Angst bekommen und eingefroren sind. Sie fangen an zu zittern, blockieren die Wand und das ist einfach für keinen ein schönes Erlebnis. Einsteiger Routen sollte erste Erfolgserlebnisse sein und nicht frustrierend wirken.

Preise: Die Tageskarte für das Bouldern liegt bei 12€ für Erwachsene und 10€ für Ermäßigte. Vor 13 Uhr von Montag bis Freitag spart ihr 2€ Eintritt beim „normalen“ Tarif und 1.50€ beim schon ermäßigten. Ich finde den Preis leider, für das, was ihr hier bekommt und verglichen mit anderen Hallen, leider zu hoch. Das freie Training ist im Urban Sports Club Abo M bis XL enthalten. Alle Preise und Abos findet ihr hier: www.superblock.nrw/preise

Was leider dazu beiträgt, ist das veraltete Ranking-system. Nach Grifffarbe die Schwierigkeit zu setzen, ist aus mehreren Gründen unvorteilhaft. Zum einen werden Routen öfters in eurer Schwierigkeit die gleichen Griffe habe. Zum anderen ist man in der Anzahl an Schwierigkeitsgraden limitiert. Bei dieser Halle gab es sechs Schwierigkeitsgrade. Bedauerlicherweise wirkten diese überhaupt nicht konstant. Es gab Anfängerrouten, die waren in Ordnung und andere, die wirkten unmöglich für Einsteiger. Das gleiche Erlebnis hatte ich auch bei meinem Schwierigkeitsgrad. Bei einem Zahlensystem mit zum Beispiel neun Schwierigkeitsgraden ist so etwas vermeidbar. Dazu kommt, dass es dazu führen kann, wenn die gleiche Farbe eng beieinander geschraubt wird, es zu Verwirrung kommen kann. Ist mir leider auch ein paar Mal passiert. Natürlich ist das kein riesen Drama, aber wenn man einmal ein besseres System gewohnt ist, will man auch nicht mehr zurück. Bedauerlicherweise muss ich auch anfügen, dass durch die recht begrenzte Wandfläche, nicht allzu viele Routen für Anfänger zur Auswahl stehen. Wenn diese, bei einem Viertel oder sogar rund der Hälfte der Routen, die für Anfänger gedacht sind, Probleme haben, bleiben nicht mehr viele Routen übrig. Ich konnte drei, der sechs Schwierigkeitsgrade klettern und hätte mir trotzdem noch gerne ein paar Routen mehr zur Auswahl gewünscht.

Außenbereich

Ich war an einem heißen Sommertag dort und muss sagen, es war echt angenehm in der Halle. Durch zwei große, gegenüberliegende Hallentore kann gut Durchzug erzeugt werden. Dadurch steht die Luft in der Halle nicht. Leider waren aber auch gerade Sommerferien und ein Haufen ausgedrehter Jungs ist wie verrückt an den Wänden rumgesprungen. Was nervig war, ist, dass diese jegliche Hallenetikette missachtet haben und nicht sich selber und andere gefährdet haben, da sie nicht geschaut haben, wo wer gerade klettert. Schade, dass es keinen abgetrennten Kinderbereich gibt, aber denke das war einfach nur Pech meinerseits.

In dieser Halle habe ich mich zurückerinnert, wie es war vor 7 Jahren anzufangen mit dem Bouldern. An sich ist hier nichts groß verkehrtes mit der Halle, aber in den letzten Jahren haben andere Hallen es immer wieder geschafft eine Schippe auf das Bouldererlebnis draufzulegen. Im Vergleich fehlt hier das einfach.

Falls ihr den Erfahrungsbericht über die Einstein Boulderhalle in Düsseldorf gelesen habt, wisst ihr, was andere Hallen auffahren. Wenn diese Halle nur wenige hundert Meter Luftlinie entfernt ist, dann muss man sich, wohl oder übel, auch so einem Vergleich stellen. Gerade, wenn der Preis fast identisch ist. Vor meinem Fazit möchte ich nochmal betonen, dass dieser Beitrag sich vor allem an Leute richtet, die diese Halle noch nicht kennen. Die Community, die dort regelmäßig bouldern geht, weiß, was diese Halle ihnen bietet. Auch ist dieser Bericht nur eine Bestandsaufnahme eines Besuches.

Fazit: Für fortgeschrittene Boulder:innen, die eine Herausforderung suchen, ist diese Halle vielleicht etwas. Vor allem, wenn man es klein und vertraut mag. Gerade Anfängern und Einsteigern in diesen Sport würde ich diese Halle nicht weiterempfehlen. Ich finde gerade den Preis im Vergleich zu anderen Hallen und zu dem, was man bekommt, etwas zu hoch.

Falls ihr unseren Testbericht, von der Vorzeigehalle in Düsseldorf, dem Einstein Düsseldorf lesen wollt findet ihr den hier:
www.kletterkompass.com/einstein-duesseldorf
Überblick

Der Superblock in Düsseldorf liegt in der Fichtenstraße 53 und lässt sich super mit dem Auto erreichen. Da die Halle in einem Industriegebiet in Düsseldorf gelegen ist, findet ihr hier problemlos Parkplätze. Auch die Bahn- und Busverbindungen sind gut. Beide Haltestellen sind nur 5 Gehminuten von der Halle entfernt.

Weitere Infos findet ihr unter www.superblock.nrw

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Chris

Chris

Im ersten Semester haben Niklas und ich uns kennengelernt und gemeinsam das Bouldern für uns entdeckt. Durch meinen Studienverlauf haben sich unsere Wege getrennt, aber das Bouldern blieb. Ich hab in verschiedenen Städten studiert und natürlich jede Halle vor Ort getestet.

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